Ehringen

Ehringen mit rd. 800 Einwohnern liegt unmittelbar an der am Ort vorbeifließenden Erpe. Sie tritt oft über die Ufer und überflutet Wiesen, Felder und auch die Wohnbereiche. Um dem entgegen zu wirken, wurde von 2006 bis 2008 am Verlauf der Erpe ein Hochwasserrückhaltedamm errichtet. Am 19. Juli 1852 wurde Ehringen von der größten Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Neben materiellem Schaden waren auch 4 Todesopfer zu beklagen. Noch heute feiert die Gemeinde Ehringen den 19. Juli als Gedächtnistag an die große Flut.

Besonderheiten in und um Ehringen sind die ehemaligen Grenzfeste Landsberg und der Freistuhl, eine mittelalterliche Femegerichtsstätte. Wesentliche Veränderungen in der innergemeindlichen Struktur haben sich in den letzten 100 Jahren zugetragen: Die Bedeutung der Landwirtschaft ist stark zurückgegangen, Handwerk und Industrie traten an ihre Stelle.

Wie die Chronik berichtet, wird Ehringen im Jahre 1018 zum ersten Mal erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte hat Ehringen die verschiedensten Ortsbezeichnungen geführt, so z.B. Ehrungen, Heringen, Eringen, Iringen und später Ehringen an der Erpe.

Auch dieser Ort erfuhr zahlreiche Verpfändungen und wurde somit auch oft, wie die Stadt Volkmarsen, „hin- und hergerissen“. Oft lagen Ehringer und Volkmarser Bürger miteinander im Streit, dabei ging es meistens um sogenannte Huteangelegenheiten.

Stark gelitten hat der Ort Ehringen unter dem 30-jährigen Krieg und seinen Wirrnissen, wobei es fast zur völligen Vernichtung und Ausrottung der Bevölkerung kam.

Ehringen ist im Besitz einer sehr alten Kirche in gotischem Baustil. Einst gehörte sie zum Bistum Paderborn, später zum Erzbistum Mainz und nach der Reformation gehörte sie dann zu Waldeck.

Auf dem Weg von Ehringen nach Lütersheim befand sich im 14 Jh. ein Freistuhl des Femegerichts. Hier hielt man öffentliche Gerichtsverhandlungen ab. Noch heute steht als Erinnerung am gleichen Ort der „Freistuhl“.