Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt auch für Städte und Gemeinden zunehmend an Bedeutung. Die Stadt Volkmarsen beschäftigt sich daher intensiv mit der Frage, wie die neue Technologie sinnvoll, sicher und praxisnah in der Verwaltung eingesetzt werden kann. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet die Bachelorthesis von Markus Sinnhuber, die er im Rahmen seines Studiums „Digitale Verwaltung“ an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) erarbeitet hat.
Unter dem Titel „Einsatzmöglichkeiten von KI in der Kommunalverwaltung – Chancen und Grenzen am Beispiel der Stadt Volkmarsen“ wurde untersucht, welche Einsatzmöglichkeiten für eine kleinere Kommunalverwaltung realistisch sind und welche rechtlichen, organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen dabei berücksichtigt werden müssen.
Die Ergebnisse zeigen, dass KI insbesondere bei wiederkehrenden und informationsintensiven Aufgaben unterstützen kann, wie beispielsweise bei der Texterstellung, Recherche, Dokumentenanalyse sowie bei Plausibilitäts- und Vollständigkeitsprüfungen. Dabei steht ein Grundsatz im Mittelpunkt: KI soll die Mitarbeitenden nicht ersetzen, sondern sie als Assistenzsystem bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Entscheidungen und Verantwortung bleiben beim Menschen.
Aus den Ergebnissen der Thesis wurde ein schrittweiser Ansatz für die Stadt Volkmarsen entwickelt. Dazu gehören klare Regelungen für den Umgang mit KI, die Schulung der Mitarbeitenden sowie zunächst klar abgegrenzte Pilotprojekte. Datenschutz und Rechtssicherheit spielen dabei eine zentrale Rolle.
Erste Schritte wurden bereits umgesetzt: SpeechMind unterstützt bei der KI-gestützten Protokollierung von Sitzungen, zudem wurde der Entwurf einer Dienstanweisung zum Einsatz von KI erarbeitet. Aktuell werden mit „VolkmarsenGPT“ ein interner KI-Assistent für die Mitarbeitenden sowie ein KI-Chatbot für die städtische Internetseite erprobt.
Die Erfahrungen aus diesen Pilotprojekten sollen nun gesammelt und ausgewertet werden. Für 2027 sind weitere Schritte wie Schulungen und ein möglicher Ausbau der Anwendungen vorgesehen. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz verantwortungsvoll zu nutzen und die Verwaltung damit digitaler, moderner und bürgernah weiterzuentwickeln.